Einseitiger pazifismus. Oder Toleranz gegenüber der Intoleranz.


Die Situation in der Welt des Islam.
Die sogenannte Religion des Friedens, der Islam schränkt in den Staaten die ihn zur Staatsdoktrin erklärt haben, die Grundrechte der Bürger in allen belangen des Lebens ein. Dabei ist es es irrelevant, ob der Islam dazu missbraucht wird, oder ob das seine Natur ist. Was zählt ist das Ergebnis und die Aussage, der Staaten zu ihrer Legitimation.  In einem Land wie dem Iran, wo seit der Islamischen Revolution 1979 die Valayat-e Faqih, die Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten besteht, sind im Laufe dieser Jahre immer Bestrebungen zu erkennen gewesen, nach denen eine freie Gestaltung des Lebens nicht mehr möglich war. Oder Kurz: versuchen sie dort mal eine öffentlich zugängliche Bibellesestunde abzuhalten.
Dazu ein anderes Beispiel: Im Iran sollte, nach einem Spiegelbericht vom 8.8.2010 (1) ein 18-Jähriger hingerichtet werden. Ihm wird zur Last gelegt das er versucht habe einen anderen Mann zu vergewaltigen, was dieser nun selbst bestreitet und seine Anzeige zurückgezogen hat. Dabei ist es nach der Scharia, dem Islamischen Gesetz nicht vorgesehen eine Beweiskette zu errichten und dann in einem fairen Prozess danach zu streben die Wahrheit herauszufinden, sondern es reicht wenn der Delinquent viermal gesteht. Auch Folter dient hier der Wahrheitsfindung (2) wie Oppositionsanhänger – dazu zählen auch diejenigen, die einfach ihre Meinung kundtun – immer wieder erfahren mussten. Ein weitere hinreichende Bedingung zur Verhängung der Todesstrafe ist wenn vier Zeugen (natürlich müssen dies Männer sein) bezeugen, dass die Straftat verübt worden ist. Auch Willkür, wie man sie in Westeuropa seit dem Mittelalter nicht mehr erlebt hat, ist in der Scharia Irans Tür und Tor geöffnet, da der Richter, überspitzt formuliert,  einfach seiner Tageslaune freien Lauf lassen kann und subjektive Wahrnehmung mit in das Urteil fließen lassen kann,wie es der Spiegelbericht erwähnt, wenn ansonsten keine Beweise Vorliegen.
Die „islamische Gemeinschaft in Deutschland“ die, dem Innenministerium NRW zufolge „älteste islamische Institution in Deutschland“ (3) schreibt auf ihrer Internetseite im Header, der Kopfzeile „Islam heißt Frieden schaffen“(4). Das ist nur ein Beispiel für die Konnotation die sich der Islam gerne selber Verhängt. Wenn sie es nicht so hinstellen Islam heiße eigentlich Frieden. Dabei ist die Sachlage klar: Islam heißt Unterwerfung (wobei hier wohl von der Lesart „gegenüber Gott “ ausgegangen werden kann.). Das hat nicht nur Leon de Winter anschaulich in der „Welt“ online Ausgabe 23.11. 2004 dargestellt (5). Nun ist es ja nicht so das man, Thilo Sarazin zum trotz, davon ausgehen kann es im Islam nur Dumme ungebildete Proll-Machos gibt die eine Unterwerfung  nicht vom Frieden unterscheiden können. Dieses Konzept, der Verbindung von Frieden und Unterwerfung kannten Bereits die Römer. Die Pax Romana — hieß zwar das es innerhalb des Reiche friedlich war, aber eben zum Preis der Unterdrückung, bzw. Unterwerfung unter die Römer. Nach außen konnten die Römischen Legionen also weiter ihren Eroberungen nachgehen und den „Frieden“ weiter verbreiten. Wer nicht wollte wurde befriedet, das heißt bekämpft bis er entweder zur Unterwerfung bereit war oder Tod. Für den Islam scheint eine ganz ähnliche Definition des Friedens zu herrschen, denn wenn man sich den Nahostkonflikt einmal näher besieht, so geht es hier nicht um einen Konflikt zwischen Palästinensern und Israel. Dafür mischen sich die Umliegenden (muslimisch geprägten) Staaten nur zu gerne ein und versuchen den „Ungläubigen“ den gar aus zumachen, wie man an sämtlichen Kriegen gegen Israel ablesen kann. Es geht diesen Ländern auch nicht um   humanitäre Hilfe für ihre „unterdrückten Brüder“. Dem Widerspricht z.B. der eigenen Umgang des Libanon mit den dort lebenden Palästinensern. Das es der Presse Wert erscheint eine Meldung zu veröffentlichen das Palästinenser nun im Libanon eine volle Arbeitserlaubnis erhalten ist nicht nur sehr verwunderlich, zeigt es doch auch das jene im Libanon nur Menschen zweiter Klasse sind. Das sie nun  mit ihrer Erlaubnis auch Arbeit finden bleibt überhaupt noch abzuwarten. Aber  weiter zum Friedensverständnis von Diktatoren und Kriegsherren. Mohammed, der der sich den Koran „ausgedacht“ hat (6), selber war ein großer Heeresführer. Somit kann also durchaus davon ausgegangen werden, das er um das Konzept der Befriedung wusste.
Islam = Befriedung?
Wenn nun also Islam Befriedung bedeutet, oder vielmehr auch eine solche Lesart zulässig zu sein scheint, so ist davon auszugehen, dass Frieden nur um den Preis zu erlangen ist der da heißt: Unterwerfen unter die Ideologie oder Sterben.
Nun ist dies genau das, was den, meist nicht näher bezeichneten westlichen Mächten (aber es kann wohl davon ausgegangen werden das es sich in der Hauptsache um Amerika und/oder Israel handelt) zum Vorwurf gemacht wird. Auf der Seite Antiimp.de Steht eine Pamphlet zum lesen bereit das mit „ Hände weg vom Iran!“ (7)überschrieben ist. Hier ist zu lesen: „Nach Palästina, Jugoslawien, Afghanistan und Irak steht jetzt der Iran auf der Abschussliste der „internationalen Wertegemeinschaft“[…] . Die kapitalistische Globalisierung und die imperialistischen Kriege und Besatzungen  bedeuten die Hölle auf Erden für die Mehrheit der Weltbevölkerung. Aber es stimmt, dass der Iran, wie alle Kräfte, die nicht bereit sind, sich völlig Washington unterzuordnen, tatsächlich eine Gefahr darstellen, jedoch nicht für die Völker, sondern für das westliche Imperium selbst.“(8).
Was unterscheidet dann eine, ein freiheitliches Weltbild fordernde Gesellschaft von einem eben dieses Weltbild zu unterdrücken trachtendes faschistoides System, sei es das deutsche Reich unter Hitler oder der Iran unter Präsident Achmadinejad? Die Zahl der Toten? Die Systematik des Todes gegen eine Rhetorik des Todes? Auch der sog. Westen fordert in gewisser weise eine Unterwerfung unter das eigene System. Ein System das freie Meinungsäußerung fordert und die Freiheit des Einzelnen als das höchste Gut ansieht. Natürlich ist darüber zu streiten in wie weit diese Werte heute im Ausverkaufsregal Rhetorischer Figuren des Parlamentarismus stehen, aber aber der Unterschied ist man darf  darüber streiten!
Warum gehen die Amerikaner trotzdem hin und konnten Deutschland mit dem „Bombenterror“ überziehen, wie es die Neonazis nennen. Sie bombardieren wahllos den Irak und Afghanistan und planen es, nach dieser mehr als fragwürdigen Quelle, im Iran ebenso zu tun? Es wird Israel zugestanden Atomwaffen zu besitzen und dem Iran verboten. Wo ist hier von einer Gleichheit zu reden? Wie kann von  Meinungsfreiheit für alle geredet werden wenn man nicht sagen darf das man Juden (auch wenn man sie heute eher Israelis nennen wird) hasst und sie alle vergasen will?
Es gibt diese Gleichheit nicht. Würde die „freie Welt“, bzw. die „offenen Gesellschaft“ ihren Feinden alles gestatten delegitimierte sie sich selbst. Dann ist sie kein Wertesystem mehr sondern ein beliebiger Haufen Mist auf den jeder seinen Müll abladen kann bis alles zu einem homogenen Brei zerfällt, der von demjenigen bestimmt wird der den größten Müll hinterlässt.
Der Unterschied aber ist genau der, dass man dafür Einsteht, dass man auch das sagen darf was andere nicht hören wollen. „Ich mag verdammen was du sagst aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Dieser Satz wird Voltaire zugeschrieben, einem „der meist gelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung.“ Dieser Satz ist in Islamischen Ländern wohl eher selten zu finden. Hier ist meist schon unter Strafe verboten die Religion zu wechseln oder eine Bibel auch nur zu besitzen (9).
Salman Rushdie wird durch eine Fatwa, wie diese entstehen war ja weiter oben zu lesen, mit dem Tode bedroht, weil er ein Buch geschrieben hat. Das steht wohl in ziemlichen Widerspruch zu dem was Voltaire gesagt hat.
Wenn nun also ein System, ein Regime oder eine Ideologie versucht diese Freiheit zu delegitimieren, delegitimiert es sich also selber. Es sucht alles zu unterdrücken und zu verbieten was ihm eine Grundlage bieten kann. Außer sich selber. Das kann natürlich so nicht gehen, dann käme keiner auf die Idee zu gehorchen. Das Recht des Stärkeren funktioniert nur solange nicht ein wiederum stärkerer einen vom Thron schubst. Gott kann nur solange Grundlage von Herrschaft sein, solange alle an ihn Glauben. Versucht man nun mit seiner Stärke den Glauben durchzusetzen, dann tritt der erste Punkt wieder in Kraft. Legitimation ist also immer wichtig für die „Herrschenden Klassen“. Selbst wenn man sich seine eigene erfindet.  Unter dieser Voraussetzung ist wohl die Freiheit – und damit verbunden der Wille aller – die beste Legitimation.

1   http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,710753,00.html
2   http://www.zeit.de/online/2009/33/iran-folter
3   http://www.im.nrw.de/sch/580.htm
4   http://www.igd-online.de/pageID_7299277.html
Auf der selben Seite schreibt Birgit Rommelspacher den Muslimas
in Deutschland die Emanzipation zu weil sie Kopftuch tragen und in der TAZ wirft sie quasi Alice Schwarzer vor
mit den rechten gemeinsame Sache zu machen.
5   http://www.welt.de/print-welt/article354109/Islam_heisst_auf_deutsch_Unterwerfung.html
6   Die Meisten Religiösen Bücher (Bhagavad Gita, Thora, Bibel, sind im Laufe vieler Jahrhunderte „gewachsen“.
Wenn man an etwas wie einen Kollektiven Geist glaubt können diese, nüchtern betrachtet diesen widerspiegeln.  Als
Ergebniss erhält man, was viele Generationen in einer Aufgabenteilung, die jeden Systemadministrator überfordert
hätte, erarbeitet, überarbeitet und verworfen haben. Wer jetzt noch weitergehen möchte und in Betracht ziehen kann,
dass der Mensch nach Gottes Ebenbild erschaffen wurde ihm aber nicht gleichen kann, der kann sich in diesen
Schriften gerne Gott Vorstellen. Als die Essenz oder Näherung des kollektiven Bewusstseins an Gott. Muss aber
niemand. Der Koran wurde genau genommen (nach dem zu respektierenden und tolerierenden religiösem
Verständnis der Muslime) Mohammed offenbart. Also einer Einzelperson. Weswegen der Auto subjektiv den Koran
als Schrift eines einzelnen zu deuten vermag.
7   http://www.antiimp.de/?cat=10
8   Ebd.
9   http://www.shortnews.de/id/679171/Iran-Bibel-im-Auto-34-Peitschenhiebe-Strafe

Ansonsten kann man sich ja mal in eines dieser Länder Begeben und dort Salman Rushdie lesen.

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