Tag 4. Einer dieser miesen Tage….


Es ist schon erstaunlich. Der Tag hätte eigentlich nicht schlechter beginnen können, denn ich musste arbeiten. Um 4.00 in der frühe! Eingeschlafen war ich nicht vor halb eins. Nicht dass ich in der Nacht davor besonders gut geschlafen hätte und so das Schlafdefiziet ausgeglichen hätte, sozusagen im Vorraus. Und dann beginnt, ohne Gnade und überraschend, am Morgen ein neuer Tag.

An Tagen, die in meiner Erinnerung ähnlich angefangen haben, hätte sich, jeder der mir über den Weg läuft schwer davor hüten müssen mir auch nur das Gefühl zu geben die Luft wegzuatmen.

Verdient man sich, wie ich, als Wachmann oder Pförtner ein wenig Geld dazu ist eine solche Laune vielleicht nicht die beste Qualifikation – gehört da ja ein wenig Diplomatie und Umgang mit Menschen doch dazu.

Im alltäglichen Umgang mit anderen , dem sogenannten Miteinander, ist dieser Umstand meiner morgendlichen Erscheinung dann vielleicht sogar als Gemeingefährlich zu werten. Im Falle eines morgens an dem ich zu Hause und alleine war besserte sich über den Vormittag und dem steigenden Kaffeekonsum die Laune auf ein sozial verträgliches Maß. Sollte es aber ein inkompetenter Mitarbeiter – oder gar Chef, Lehrer, Dozent – wagen seine Inkompetenz unter Beweis zu stellen, stand ich mir auch schon das eine oder andere Mal selber im Weg. Die Sache ist die, dass in dieser Stimmung ALLES als Beweis der fremden Inkompetenz oder Unfähigkeit angesehen werden wird als sei es ein persönlicher Angriff. Am besten kommt diese Charaktereigenschaft zum tragen wenn die Dauer des Schlafes den kritischen Punkt von 8 Stunden unterschreitet. Da ist eine Schlaf- und Lebensgewohnheit die einen 7 Stündigen Schlaf vorsieht eine Herausforderung für die Umwelt. So entstand die infame Unterstellung ich sei ein Morgenmuffel.

Da ich wohl am Abend zuvor davon ausging Superkräfte zu haben, stellte ich mir den Wecker auf 3.30 Uhr. Eine halbe Stunde wird schon reichen um wach zu werden, sich zu waschen, zu frühstücken, anzuziehen, zur Arbeit zu fahren. Ach ja, und um auf die Wirkung des Medikaments zu warten. Tat es nicht. Immerhin reichten 40 Minuten für die ersten Teile meines am Abend noch so vernünftig klingenden Plans. Dumm war das ich mit einem durch die Nacht rasenden Auto und einer ebensolchen Wut, auf alles was es gibt, ausgerechnet auf meinen Chef traf.

Jetzt hätte Folgendes passieren müssen: Meine tosende Aura der allesverschlingenden Rage, die Geräusche, Eindrücke, Gerüche, einem Schwarzen Loch gleich, aufsaugte und von ihnen genährt wurde umgab mich. Genährt von meinem Chef der – einem naiven Rehkitz gleich, das dem Tiger sagt seine Stimme klinge so rauh und ob es mal einen Blick auf seine Mandeln werfen solle – wild auf mich einredete. Ein Füllhorn der Gedankenlosigkeit und der Naivität. Heizmaterial, für meinen kurz vor dem zerbersten stehen Dampfkessel aus Selbstbeherrschung.

Es war irgendwas von Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Abmahnung…. Ich konnte ja nicht wissen das das blöde Rehkitz mit ein paar Großwildjägern befreundet ist, die auf Tiger aus sind. Die Jäger heißen Arbeitsvertrag, Arbeitsrecht und Arbeitplatzverlust. Wohl Bayern, die Ihren Familiennamen nach vorne stellen. Mit Bruno waren die ja auch schon nicht zimperlich. Alles Leute die einem ja öfter auflauern, so als Tiger. Während ich mich also im Blutrausch auf meinen Chef stürze, während ich ihn genüsslich verschlinge in einer verbalen Wolke aus Klauen und Zähnen werde ich von den Kugeln der Jäger niedergestreckt. Mit einem satten und zufriedenen Lächeln auf den Lippen, denn schließlich bin ich satt geworden und nur das zählt für einen Tiger.

Es muss der Schlafmangel gewesen sein, der mich in eine solche Apathie versetzte, denn genau das passierte nicht. Der Tiger war mutmaßlich so müde und zahnlos, dass er sich den fröhlichen, halbstündigen Bericht anhörte was die Nacht über passiert war – nämlich genau nix – das Gesicht wohl in neutraler Mimik geparkt. Hm… so können also Chefs und ihre Freunde, die Jäger, also sein, wenn sie  nicht den Eindruck haben man wolle sie umbringen. Vielleicht hatten auch Unterwegs die Tabletten angefangen zu wirken, die wohl auch gegen morgendliche schwarze Löcher aus Wut wirken. Wer weiß das schon. Da ich den Nachmittag über schlafen werde kann ich das ja zur Berufsverkehrszeit direkt testen, ich müsste noch einkaufen und schmuddelig ist das Wetter auch noch…

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