Tag 9.Meine Klinik hat auch ADHS…..


Meine Klinik hat auch ADHS….. Und bestimmt habe ich mich dort angesteckt! Jetzt mal ernsthaft: Wie soll man denn feststellen, was normal ist, wenn alles um einen herum im Chaos versinkt? Den ersten Verdacht zur Diagnose ADHS hatte ich schon Anfang letzter Woche, bei meinem Termin an Tag „0“. Aber lasst mal eine Klinik als Organisation einen Fragebogen ausfüllen… . Als ich mich auf den relativ weiten Weg machte, natürlich auch noch viel zu früh, um ja nicht zu spät zu kommen, klingelte mein Handy. Es fragte mich ob ich denn schon zum Diagnosegespräch dort gewesen wäre, oder ob dies mein erster Termin sei – – – Natürlich war ich das….. Vor 10 Wochen! Und mein erster Termin war vor einem halben Jahr! Seit ein paar Jahren geht es mir immer mieser und seit ca. 30 Jahren überlege ich was nicht mit mir nicht stimmt! Ja, war ich schon. Stille. Dann: meine Akte sei verschwunden…. Super. Also auf Anfang. Nochmal ein halbes Jahr. War ja eine schöne Zeit, so alles in allem, und ein Erschöpfungszustand/ Depressionen sind auch Arbeit und der Spaß den ich beim Ausfüllen der – gefühlten – 100 Seiten Fragebögen hatte — unbezahlbar. …da ich aber schon in der Stadt sei könne ich dann doch ruhig zum vereinbarten Termin dort sein. Fein. Der Kaffee dort ist ja auch lecker.Falls die Akte nicht wieder auftaucht. Tat sie aber offensichtlich. Wenn man den Haufen loser Blätter auf dem Schreibtisch der Psychiaterin dann so ehren will. Im Anfang, wenn man auf neue Medikamente eingestellt wird, ist es ratsam die Wirkung, die Nebenwirkungen und das Befinden unter deren Einfluss engmaschig zu überprüfen. Deshalb ist eine regelmäßige Überprüfung dieser Umstände beim behandelnden Psychiater ratsam. Auf diese Weise kann dann die Dosis gesteigert werden, bis eine optimale Wirksamkeit erreicht wird. So heißt es wohl. So will ich es. Im Eifer des Gefechts der letzten Woche, bei meinem ersten Besuch, habe ich es geschafft mir keinen Folgetermin geben zu lassen. Gut, die Medikamentöse Therapie begann ja auch erst am nächsten Tag und Veränderungen sind ja in kleinen Schritten eh viel bekömmlicher. Ich musste also gestern in der Klinik anrufen und erfahren, dass meine Psychiaterin nur noch bis Ende des Monats da ist. Aber es stehe schon ein Nachfolger fest. Ein Mann. Der mich dann weiter behandelt. Den ich noch nie gesehen habe. Leider läge noch kein Kalender für den Doktor bereit. Man könne mir heute keinen Termin geben. Ich müsse nächste Woche da anrufen. Eine Woche warten? Die wissen schon was die mir Diagnostiziert haben?! Trotz MPH eine echte Herausforderung. Weniger das warten, denn ich bin wirklich geduldiger geworden, als vielmehr daran zu denken diesen Anruf dann auch durch zu führen. Aber dafür gibt es ja elektronische Kalender. Daumen drücken auf das Display! Da Medikamente ja nicht die einzige Therapie sein sollen fragte ich also an, wie es denn nun aussehe mit der mir angekündigten Gruppentherapie. Die Dame die hierfür zuständig sei hört immerhin nicht auf, ist aber im Urlaub. Aber ich müsse keine Woche warten bis ich mir da Gewissheit verschaffen könne. Es sind drei. Nein, man kann nicht sagen, dass durch solche Wartezeiten die Therapie unterbrochen wird, denn ich übe ja den Ausbau meiner Frustrationstoleranz, meines Durchhaltevermögens und meine Organisationfähigkeiten. Nur gut das ich in aller Frühe dort angerufen habe. Was wäre wenn da richtig Betrieb ist? Das Medikinet, das meine Synapsen befeuert, arbeitet auf Hochtouren, so dass mir einfällt: ein Glück, dass ich heute einen Termin bei meinem Psychotherapeuten habe. Als Verrückter hat man halt einen vollen Terminkalender und es ist ja einiges passiert in den letzten Tagen. Der Zettel mit dem Termin ist bestimmt…. Die Antwort heißt: nicht da. Und das, obwohl ich doch schon Pillen nehme! Leider ist in der Praxis nur der Anrufbeantworter anwesend, oder bereit ans Telefon zu gehen, wer weiß das schon. Das wiederum ist eine schlechte Grundlage um die Uhrzeit für den Termin zu erfahren, der gleich irgendwann stattfinden soll. Schließlich ist in diesem Fall, die Kommunikation doch sehr einseitig und der Gesprächsfluss verzögert. Die Verzögerung dauerte dann bis zum Abend. Mein Therapeut hatte eine Ziffer meiner Telefonnummer vergessen zu berücksichtigen, darum hörte er nur ein Besetztzeichen. Der Teufel liegt manchmal im Detail. ADHSler, wenn sie unbehandelt sind, vergessen nichts. Sie denken nur zur falschen Zeit daran. Also meistens NACHDEM das zu erinnernde Ereignis stattgefunden hat. Das ist nicht schön, aber dann auch nicht zu ändern. Man baut sich Brücken, Helferlein – vergisst diese aber ganz genau so. Man bekommt Medikamente die einem Helfen sollen sich besser zu konzentrieren. Das schlimme ist: mit ihnen weiß ich, dass ich den Termin heute habe, und das ich dafür extra einen Zettel bekommen habe! Den Zettel habe ich nur leider vor der ersten Einnahme bekommen. Schönen Dank auch.

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